ILLUSION NATUR

Digitale Welten
10. November 2019 bis 2. Februar 2020

Digitale Medien sind aus der gegenwärtigen Welt nicht mehr wegzudenken und prägen die Lebenswirklichkeit der Menschen des 21. Jahrhunderts entscheidend. Die technische Basis ihrer Entwicklung reicht jedoch weit ins letzte Jahrhundert zurück: Der Computer wurde in den 1940er Jahren als Maschine entwickelt, die in erster Linie komplexe Rechenoperationen lösen sollte und die zunächst nicht als künstlerisches Werkzeug gedacht war. Er geriet jedoch in den 1960er Jahren, als die ersten bildhaften Grafiken mit dem Computer hergestellt wurden, schnell in den Radius künstlerischer Möglichkeiten. Mit den frühesten computerbasierten Zeichnungen war der Grundstein für eine neue Bildgenerierung der Kunst gelegt, die unser ästhetisches Verständnis seitdem fortwirkend verändert.

PRESSEBILDER  PRESSEMITTEILUNG PRESSESTIMMEN SOCIAL MEDIA

Tamiko Thiel und /p, Unexpected Growth, 2018-2019
Miguel Chevalier, Trans-Nature (Still), 2019
Casey Reas, Earthly Delights 1.1 (Still), 2019
Eelco Brand, R.movi (Still), 2005
Joanie Lemercier, Montagne Wireframe (Still), 2016

Muss der Geist ‚des modernen Kunstwerks‘ sich durch die Hand oder die Maschine verwirklichen? Für den modernen Künstler wird in der Zukunft die Konsequenz zu letzterer leiten, auch wenn man vorläufig geneigt sein wird, dies als Ketzerei zu betrachten.

Jacobus Johannes Pieter Oud, Architekt, 1918

In der Ausstellung „Illusion Natur. Digitale Welten“ zeigt das Museum Sinclair-Haus Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die sich mit ihren digitalen Kompositionen einem traditionellen Thema der Kunst annähern – der Natur. Es entstehen virtuell komponierte Sehnsuchtsorte, deren Idyll jedoch immer wieder durch die Hyperrealität der künstlichen Animation durchbrochen wird. Die digitalen Welten erscheinen fremd und vertraut zugleich. Mit ihren Werken loten die Künstlerinnen und Künstler die Grenze zwischen Wirklichkeit und Abbild aus und hinterfragen die menschliche Wahrnehmung der Welt. In der Ausstellung werden digitale Arbeiten zum Thema „Natur“ von den 1980er-Jahren bis heute gezeigt.

Mit Werken von Arno Beck, Eelco Brand, Miguel Chevalier, Driessens & Verstappen, Joanie Lemercier, Vera Molnár, Casey Reas, Michael Reisch, Laurent Mignonneau & Christa Sommerer, Studer/van den Berg, Jennifer Steinkamp, Tamiko Thiel

PROGRAMMHEFT


PRESSEBILDER

Miguel Chevalier, Trans-Nature (Still), 2019
© Miguel Chevalier und VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Casey Reas, Earthly Delights 1.1 (Still), 2019
© Casey Reas, Courtesy of Joseph Broich

 

Eelco Brand, R.movi (Still), 2005
© Eelco Brand, Courtesy of DAM Gallery, Berlin

Joanie Lemercier, Montagne wireframe (Still), 2016
© studioJoanieLemercier

Tamiko Thiel and /p, Unexpected Growth, 2018
Augmented reality installation
© Tamiko Thiel and /p, beauftragt durch das Whitney Museum Museum of American Art, New York, Courtesy of DAM Gallery, Berlin

Arno Beck, Untitled, 2019 
© Arno Beck und VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Courtesy of DAM Gallery, Berlin

 

Christa Sommerer & Laurent Mignonneau, The Interactive Plant Growing, 1993 (Installationsansicht)
© Courtesy of Sommerer & Mignonneau and Galerie Anita Beckers, Frankfurt

 




Pressestimmen

„Vertraut und befremdlich zugleich“
Christian Riethmüller, FAZ, 25.11.2019

„Auch ein leises Erschrecken begleitet einen durch die Schau, wenn man sich fragt, ob das in einigen Jahrzehnten die übliche, je nach Lebensumfeld vielleicht einzige Möglichkeit sein wird, Natur zu erfahren: als Fake“
Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 28./29.12.2019

„Zwischen Wirklichkeit und Abbild. Die Ausstellung „Illusion Natur“ im Museum Sinclair-Haus hinterfragt die menschliche Wahrnehmung“
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10.11.2019

„Offensichtlich leben die digital arbeitenden Künstler ihre Freude am Experimentieren und ihre Lust am Bizarren aus. (…) Als Laie darf man staunen, als Kunstliebhaber aber getrost fragen, ob man die zunehmende  Verschiebung zwischen Wirklichkeit und Abbild gutheißen soll.“
Christian Huther, Taunus-Zeitung, 09.11.2020

„Spannende und abwechslungsreiche Ausstellung, die zeigt, dass alle Künstlerinnen auf ihre Art und Weise die menschliche Wahrnehmung hinterfragen. (…) Dem Besucher bleibt es überlassen zu entscheiden, ob das Digitale ihm die Wirklichkeit entfremden könnte.“
Strandgut, Dezember 2019

„Stereotype, völlig virtuell konstruiert, aber von starker Ausdruckskraft.“
Anett Göthe, Journal Frankfurt, Dezember 2019

„Die Bad Homburger Ausstellung führt behutsam an die digitale Kunst heran. Angesichts idealisierter Bilder von Landschaft und Natur erscheinen auch Problematiken wie Täuschung und Manipulation nicht abschreckend, vielmehr kann man über die Naturnähe der künstlich geschaffenen Darstellung staunen“
Kunstforum International, Heft 265, Jan-Feb 2020

 „(…) als Ergebnis sieht man eine digital aussehende Natur oder eine naturhaft anmutende Digitalität“
Kunst:art, 01.01.2020


Social Media Resonanz

„Die Natur als Sehnsuchtsort: Ein Motiv, das in Zeiten der Digitalisierung in die Kunst zurückkehrt. Aber: Dürfen wir uns der Illusion einer idealisierten Natur hingeben? Oder müssen wir sie als Warnung verstehen?"

Geposted von ttt - titel thesen temperatmente, 7.12.2019

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